Duft der Knospen

öffnende Knospen
der feine Duft
des Anfangs
.
Haiku von Dietmar Tauchner
.
.
.
in: Haiku heute, Entropie der Worte, Edition Blaue Feder, Tübingen,
Herausgegeben von Volker Friebel,
Veröffentlichung: Juni 2014,
.
.
.
.
Advertisements

Der Geruch von Regen

Ich stehe draußen
auf einer Wiese, so groß, so weit,
es kommt mir vor wie die ganze Welt.

Die Arme ausgebreitet,
den Blick nach oben gewandt,
hinauf zum Himmel,
stehe ich und schaue,
fühle, höre, schmecke,
und rieche.

Über mir sehe ich den weiten grauen Himmel,
voller Wolken, voller Traurigkeit.
Denn der Himmel weint.

Auf meiner Haut fühle ich Regentropfen,
streichen zart darüber,
fließen über meine Wangen,
meinen Hals hinab.

Ich schmecke sie auf meinen Lippen,
meiner Zunge.
Sie sind nicht salzig wie Tränen
oder wie das Meer,
sie schmecken nur ein wenig nach Erde.

Um mich herum höre ich
das leise Platschen,
wenn die Regentropfen sich
auf Ästen, Blättern, Grashalmen niederlassen.

Wenn die Wolken verschwinden,
wenn der Himmel nicht mehr trauert,
wieder die Sonne erscheint
und über mir wieder helles Blau strahlt,
dann rieche ich den Regen.

Wenn ich tief durchatme,
die feuchte Luft in meine Lungen sauge,
dringt der Geruch von Regen
in mich hinein.

Es riecht nach feuchter Erde,
nassem Gras,
nach der Feuchtigkeit in der Luft,
um mich herum,
die nach wie vor nicht ganz verschwunden ist.

Der Regen ist schon verschwunden,
der Himmel hat sich wieder beruhigt,
die Welt erstrahlt wieder
in hellem Sonnenschein,
aber der Geruch von Regen
lässt sich nicht so schnell vertreiben.

Er hängt in der Luft,
setzt sich in das Gras,
auf das Holz der Bäume,
solange bis die Sonne alles getrocknet hat.

Als ich auf die Wiese verlasse,
blinzele ich in helle Sonnenstrahlen,
fühle die Wärme der Sonne auf der Haut.

Doch wenn ich einatme,
rieche ich den Regen,
die Tränen des Himmels,
noch in der Luft um mich herum.

aus :  GEOlino.de – Der Geruch von Regen , (Anonym, 04.03.2006)

http://www.geo.de/GEOlino/kreativ/schreibwerkstatt/gedichte/der-geruch-von-regen-anonym-04032006-51189.html

.

.

Regenduft

Lieben Sie den guten Geruch von Regen?  Wenn ja, sind Sie nicht allein.

In der Tat glauben einige Wissenschaftler, dass Menschen ihre Zuneigung für den Regenduft von ihren Vorfahren geerbt haben. Sie warteten auf den Regen um ihr Überleben zu sichern.
Was macht den Regenduft so besonders? Es entwickeln sich mehrere Düfte beim Niederschlag, den die Menschen angenehm empfinden.

Einer der diese Gerüche, genannt “Petrichor”, entwickelt sich nach einer längeren Trockenheit.

Der Begriff wurde 1964 von zwei australischen Forschern I.J. Bear und R.G. Thomas geprägt. Sie beschreiben wie der Geruch durch ein Öl entsteht, das bestimmte Pflanzen produzieren. Während eines Regens wird das Öl in der Luft freigesetzt.

.

https://www.schweizerbauer.ch/vermischtes/allerlei/sommerregen-riecht-nach-petrichor-23624.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Petrichor

http://www.nature.com/nature/journal/v201/n4923/abs/201993a0.html

.

.

Ephemera – Interaktionen zwischen Duft und Klang

Tim Hecker präsentierte das erste dreifach-sensorische Musikprojekt “Ephemera” auf dem UNSOUND Festival.

Der Parfümeur Geza Schoen verstärkte die Musik durch olfaktorische Wahrnehmung. Die Musik wurde mit verschiedenen Düften bereichert. Das Publikum gewann völlig neue Sinneseindrücke. Duft und Klang kollidierten in einem wunderschönen Crescendo.

Ephemera ist eine Fokussierung auf die olfaktorische Wahrnehmung. Es eröffnet neue Interaktionen zwischen Duft und Klang. Die Installation ist ein Projekt, mit der visuelle Elemente und Musik miteinander in Verbindung gebracht werden. 

UNSOUND Festivalhttps://twitter.com/unsound/status/614100756468224000

Exclaim Musik : http://exclaim.ca/music/article/tim_hecker_presents_ephemera-8203_hearn_generating_station_toronto_on_june_18

Ephemera :  http://ephemera.pl/

http://www.mfoptik.de/ephemera/

Spin : http://www.spin.com/2014/04/unsound-ephemera-ben-frost-tim-hecker-kode9/

.

.

Parfumeur Geza Schön

Interview mit Geza Schön

Geza Schön ist 42 Jahre alt, sieht noch recht jugendlich aus. Er ist der einzige ausgebildete Parfümeur und Duftdesigner der Hauptstadt und einer der wenigen weltweit, die freiberuflich arbeiten. In Deutschland gibt es nur rund 40 Parfümeure, weltweit sind es 500. Schon als Kind sammelte der gebürtige Kasseler Duftproben, mit 13 Jahren konnte er hundert voneinander unterscheiden.
Innovation ist alles, was anders ist. Das, was wir kennen, ist immer sehr ähnlich und riecht auch sehr ähnlich. Viele der Neu-Lancierungen, gerade der größeren Brands, sind Modifikationen, Twists existierender Düfte. Das ist nicht innovativ.

Ich kann sofort zehn Rezepturen schreiben, die riechen ganz anders als alles, was du jemals vorher gerochen hast, aber das riecht dann nicht gut. Wir unterliegen einer Art erlernter Harmonie. Die olfaktorische Sozialisation, wo wir aufgewachsen sind, die Küche, die Kräuter, die Pflanzen, die Umgebung, das Klima. All das erschafft unterschiedliche Gerüche und deswegen kann man es nicht generalisieren.

Unser Leben ist durchdrungen von Gerüchen. So wie jede Wohnung und jeder Mensch seinen eigenen Geruch hat, haben auch Städte und Stadtteile sehr unterschiedliche Geruchslandkarten. Der Parfümeur Geza Schön hat bereits Düfte entwickelt, die sich an Schauspieler Klaus Kinski orientieren sollen oder mit Karl Lagerfeld zusammen ein Parfüm mit dem Geruch von Papier auf den Markt gebracht. Der in Kassel geborene Duftkünstler wohnt mittlerweile seit acht Jahren in Berlin und hat sich ausgiebig mit den Gerüchen dieser Stadt beschäftigt.

Die Macher des englischen Lifestyle-Magazins „Wallpaper“ hatten die Idee, ein Parfüm herstellen zu lassen, das exakt den Geruch von Büchern einfängt. Sie beauftragten den Parfümeur Geza Schön der diesen Duft von Büchern nachbildete.

aus der Berliner Zeitung :  http://www.berliner-zeitung.de/archiv/erfolgreich-in-der-nische–geza-schoen–der-einzige-parfuemeur-berlins–ist-der-rebell-seiner-branche-kunst-im-flakon,10810590,10774564.html

World’s Luxury Guide :  http://luxus.welt.de/beauty/parfum/interview-mit-dem-parfumeur-geza-schoen

Berliner Tagesspiegel : http://www.tagesspiegel.de/berlin/wie-riecht-neukoelln-der-nase-nach-mit-parfuemeur-geza-schoen/8884154.html

Frankfurter Allgemeine Zeitung :  http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/der-geruch-des-buches-tanz-mir-ein-haus-11568438.html

.

.

Vom Zauber der Düfte im Garten

Ein Garten ist erst vollkommen, wenn sich zu Farben und Formen verlockende Düfte gesellen. Im Überblick: Duftende Favoriten für Ihren Garten.

Jeder kennt diese Momente: Man ist gedanklich irgendwo, plötzlich taucht ein Duft auf und mit ihm die Erinnerung an ein bestimmtes Erlebnis. Ja, das olfaktorische Gedächtnis lässt uns nicht in Stich. „Pflanzendüfte erzählen von verwandeltem Sonnenschein“, ist die Autorin Gerhild Birmann-Dähne überzeugt. Und für Heinrich Heine war Duft „das Gefühl der Pflanzen“. Für andere wiederum ist der Duft die Seele der Blumen. Eines scheint gewiss: Er beeinflusst unsere Sinne. Bei süßem Veilchenduft geraten wir ins Schwärmen, bei Rosenduft hüllt uns Romantik ein, würzige Aromen hingegen regen uns an.

„Garten voller Düfte“

Von allem etwas ist in Wels vertreten, „Garten voller Düfte“ lautet das Motto der Schaugärten beim „Blühenden Österreich“. Die große Gartenmesse hat heute noch geöffnet. Gartengestalter von nah und fern waren seit Wochen aktiv, um aus den kahlen Messehallen diesmal nicht nur ein blühendes, sondern auch ein duftendes Paradies zu machen.
In der Gartenarena ist – wie immer – auch Karl Ploberger vertreten. Sein Schaugarten-Motto lautet diesmal „Paradiesische Duftinsel“, inspiriert von der Reise nach La Réunion: Strandhütten in bunten Farben umgeben von duftenden Azaleen, vielen Frühlingsduftblumen, aber auch mit einem Baum voller Orchideen und Palmen mit typischen Tropenblumen, die bei uns als Zimmerpflanzen gezogen werden – eine duftende Fantasiewelt.

Duft und Bienen

Der Ritzlhof, die oberösterreichische Gartenbauschule, lockt mit Themen wie „Ein Garten zum Verduften“, „Florale Objekte mit Würze“ oder dem „Verruchten Garten“ im orientalischen Bereich. Konstanze Schäfer zeigt in ihrer Gestaltung, dass Duft und Bienen zusammengehören. Gartenexperte Siegfried Stein entführt in eine „Duftgrube“, „kraut&rüben“-Herausgeber Wolfram Franke in den „Duftgarten der Dichter“. Johann Wolfgang von Goethe wird nachgesagt, stets Veilchensamen zum Ausstreuen in der Tasche gehabt zu haben, auf dass sich das heimatliche Weimar in Duftorgien ergehe.
Weitere Themen der Welser Schaugärten zur individuellen Runde auf dem Duftpfad: „Odeur de fleur“, „Duftweg“ , „Der Garten besonderer Düfte“ oder „deny nose“.

 .

DUFTENDE FAVORITEN

Für feine Nasen:

Veilchen. Ihr zarter Duft streicht durch den Garten. Sie wachsen gern ungestört unter Hecken.

Schlüsselblumen. Nur wenn
man die Nase ganz nah in die Blüten steckt, riecht man den Frühling. Sind auf nicht gedüngten Wiesen zu finden.

Lerchensporn. Er ist im Schatten zu finden. Auch bei ihm muss man die Nase meist ziemlich nahe an die Blüten halten.

Hornveilchen. Das kleine Stiefmütterchen ist nicht nur zart duftend, sondern auch extrem hitzefest und blüht bis in den Sommer hinein.

Zaubernuss. Das Gehölz mit den roten oder gelben Blüten findet man viel zu selten. Wenn auch der Duft nicht überwältigt, die Blüten tun es.

Für kräftigen Duft:

Hyazinthe. Besonders die Multiflora-Sorten finde ich attraktiv, weil die Blüte nicht so streng erscheint. Über viele Meter ist sie zu riechen.

Maiglöckchen. Ideal zum Verwildern unter Hecken, wo es sich austoben kann. Besonders nach einem leichten Regen liegt der Duft in der Luft.

Duftheckenkirsche. Der früheste Dufter, daher sollte das Gehölz in der Nähe des Eingangs gepflanzt werden. Die kleinen Blüten überraschen.

Narzisse „Thalia“. In großen Massen in Blumenwiesen gepflanzt, hüllt sie den Garten in eine wahre Duftwolke. Sofort nach dem Austrieb düngen.

Bärlauch. So köstlich er im Aufstrich oder der Suppe ist, im Garten kann er lästig werden. Daher die Blüten vor dem Aussamen entfernen.

.

Quelle:  Kleine Zeitung , vom 3.04.2016 , von Karl Ploberger

http://www.kleinezeitung.at/s/zuhause/garten/4957790/Vom-Zauber-der-Dufte-im-Garten

.

.

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

.

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…“ , Das wohl bekannteste Frühlingsgedicht mit dem eigentlichen Titel „Er ist’s“ stammt von dem deutschen Lyriker Eduard Friedrich Mörike aus dem Jahre 1829

.

Quelle: http://www.lyrikwelt.de/gedichte/moerikeg3.htm ,

http://www.derkleinegarten.de/mehr-infos-bilder/gedichte/fruehlingsgedichte/moerike-fruehling-er-ists.html

.

.