Die linden Lüfte sind erwacht

Die linden Lüfte sind erwacht,

sie säuseln und weben Tag und Nacht,

sie schaffen an allen Enden.

 

O frischer Duft, o neuer Klang !

Nun, armes Herze, sei nicht bang!

Nun muss sich alles, alles wenden.

 

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,

man weiß nicht, was noch werden mag,

das Blühen will nicht enden.

Es blüht das fernste, tiefste Tal:

Nun, armes Herz, vergiss der Qual !

Nun muss sich alles, alles wenden.

Ludwig Uhland

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aus: „Ich wollt´ein Sträußchen binden,

von Gudrun Bull (Hrsg.), dtv klassik, Seite 28

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Der Geruch von Regen

Ich stehe draußen
auf einer Wiese, so groß, so weit,
es kommt mir vor wie die ganze Welt.

Die Arme ausgebreitet,
den Blick nach oben gewandt,
hinauf zum Himmel,
stehe ich und schaue,
fühle, höre, schmecke,
und rieche.

Über mir sehe ich den weiten grauen Himmel,
voller Wolken, voller Traurigkeit.
Denn der Himmel weint.

Auf meiner Haut fühle ich Regentropfen,
streichen zart darüber,
fließen über meine Wangen,
meinen Hals hinab.

Ich schmecke sie auf meinen Lippen,
meiner Zunge.
Sie sind nicht salzig wie Tränen
oder wie das Meer,
sie schmecken nur ein wenig nach Erde.

Um mich herum höre ich
das leise Platschen,
wenn die Regentropfen sich
auf Ästen, Blättern, Grashalmen niederlassen.

Wenn die Wolken verschwinden,
wenn der Himmel nicht mehr trauert,
wieder die Sonne erscheint
und über mir wieder helles Blau strahlt,
dann rieche ich den Regen.

Wenn ich tief durchatme,
die feuchte Luft in meine Lungen sauge,
dringt der Geruch von Regen
in mich hinein.

Es riecht nach feuchter Erde,
nassem Gras,
nach der Feuchtigkeit in der Luft,
um mich herum,
die nach wie vor nicht ganz verschwunden ist.

Der Regen ist schon verschwunden,
der Himmel hat sich wieder beruhigt,
die Welt erstrahlt wieder
in hellem Sonnenschein,
aber der Geruch von Regen
lässt sich nicht so schnell vertreiben.

Er hängt in der Luft,
setzt sich in das Gras,
auf das Holz der Bäume,
solange bis die Sonne alles getrocknet hat.

Als ich auf die Wiese verlasse,
blinzele ich in helle Sonnenstrahlen,
fühle die Wärme der Sonne auf der Haut.

Doch wenn ich einatme,
rieche ich den Regen,
die Tränen des Himmels,
noch in der Luft um mich herum.

aus :  GEOlino.de – Der Geruch von Regen , (Anonym, 04.03.2006)

http://www.geo.de/GEOlino/kreativ/schreibwerkstatt/gedichte/der-geruch-von-regen-anonym-04032006-51189.html

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Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

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Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…“ , Das wohl bekannteste Frühlingsgedicht mit dem eigentlichen Titel „Er ist’s“ stammt von dem deutschen Lyriker Eduard Friedrich Mörike aus dem Jahre 1829

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Quelle: http://www.lyrikwelt.de/gedichte/moerikeg3.htm ,

http://www.derkleinegarten.de/mehr-infos-bilder/gedichte/fruehlingsgedichte/moerike-fruehling-er-ists.html

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